Konflikt um Bergkarabach: Neuer Anlauf für eine Waffenruhe

Armenien und Aserbaidschan haben sich im Konflikt um die Region Bergkarabach erneut auf eine Feuerpause geeinigt. Sie sollte in der Nacht in Kraft treten. Es ist bereits der zweite Versuch, die Kämpfe einzustellen.

Im Konflikt um die Südkaukasus-Region Bergkarabach nehmen Armenien und Aserbaidschan einen neuen Anlauf für eine Feuerpause. Die “humanitäre Waffenruhe” sollte um Mitternacht Ortszeit (22.00 Uhr MESZ) in Kraft treten, wie die Außenministerien beider Länder am Abend mitteilten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa berichteten die Behörden in Bergkarabach, die Situation entlang der Frontlinie habe sich beruhigt.

Bereits vor einer Woche hatten sich beide Seiten unter Vermittlung Russlands auf eine Waffenruhe verständigt. Diese Vereinbarung war jedoch schon kurz nach Inkrafttreten gebrochen worden. Dafür gaben sich beide Länder gegenseitig die Schuld.

Frankreich begrüßte die neuerliche Waffenruhe, die auch nach französischer Vermittlung zustande gekommen sei. “Dieser Waffenstillstand muss bedingungslos sein und von beiden Parteien strikt eingehalten werden”, hieß es aus dem Élyséepalast. Frankreich werde die Situation “sehr aufmerksam verfolgen” und “sich weiterhin für eine dauerhafte Einstellung der Feindseligkeiten und die baldige Aufnahme glaubwürdiger Gespräche einsetzen”.

Kämpfe zuvor wieder aufgeflammt

Zuvor hatte es neue Kämpfe mit Toten und Verletzten gegeben. Aserbaidschan meldete schwere Angriffe der armenischen Seite in der Nacht zum Samstag auf Ganja, die zweitgrößte Stadt des Landes. Bei dem Raketenbeschuss seien 13 Menschen getötet und 50 verletzt worden, teilte das Zivilschutzministerium in der Hauptstadt Baku mit.

Armenien wiederum berichtete von Raketenangriffen der aserbaidschanischen Seite, darunter auf die Hauptstadt von Bergkarabach. Dabei seien in Stepanakert mindestens drei Zivilisten verletzt worden. Die Angaben aus der Konfliktregion lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Appell aus Moskau

Außenminister Sergej Lawrow appellierte eindringlich an beide Seiten, sich an die vereinbarte Feuerpause zu halten. Er telefonierte dazu nach Angaben seines Ministeriums in Moskau erneut mit seinen Kollegen aus Aserbaidschan und Armenien, Jeyhun Bayramov und Sohrab Mnazakanjan. Dabei habe Lawrow daran erinnert, dass die Waffenruhe auch humanitären Gründen diene. Außerdem hätten beide Seiten ihre Bereitschaft für “substanzielle Verhandlungen” mit dem Ziel einer schnellstmöglichen Friedensregelung erklärt, hieß es.

Auch die EU forderte beide Seiten erneut zur Einhaltung der Waffenruhe auf. “Alle Angriffe auf Zivilisten und zivile Einrichtungen müssen ein Ende haben”, sagte ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell. Die Europäische Union bedauere den Beschuss der aserbaidschanischen Stadt Ganja. Das Auswärtige Amt in Berlin appellierte, beide Länder müssten “unverzüglich auf den Pfad für eine friedliche und dauerhafte Konfliktlösung zurückkehren”. Außerdem müssten die von dem Konflikt betroffenen Menschen nun Hilfe erhalten.

Konflikt seit Jahrzehnten

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan kämpfen seit Jahrzehnten um die bergige Region mit ihren etwa 145.000 Bewohnern. Bergkarabach wird von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe.



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Dominik

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