Corona-Pandemie: Rekord bei Neuinfektionen in Frankreich

Seit 21 Uhr gilt in vielen französischen Großstädten wieder eine Ausgangsperre – die härteste Corona-Maßnahme seit dem Ende des landesweiten Lockdowns im Mai. Die Zahl der Neuinfektionen stieg auf mehr als 32.000 Fälle.

Frankreich meldet erneut einen Rekord bei den Neuinfektionen: Innerhalb von 24 Stunden habe es 32.427 neue Fälle gegeben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Am Donnerstag war die Zahl erstmals über die Marke von 30.000 gestiegen. Insgesamt zählt das Land seit Beginn der Pandemie 867.197 Infektionen. Die Zahl der Toten nahm um 90 auf 33.392 zu. Besondere Sorge herrscht über die Auslastung der Intensivstationen in großen Städten wie Paris. Immer mehr Covid-19-Patienten belegen dort die Betten.

Seit Samstag, 0:00 Uhr, gibt es deshalb in vielen französischen Städten wieder eine nächtliche Ausgangsperre. Sie gilt nun für mehrere Wochen jeden Abend von 21 Uhr an. Betroffen sind neben der Hauptstadt Paris acht weitere Orte mit besonders hohen Corona-Zahlen – Marseille, Lyon, Lille, Rouen, Saint-Etienne, Grenoble, Toulouse und Montpellier. Damit darf fast ein Drittel der Bevölkerung – etwa 20 Millionen Menschen – seine Häuser und Wohnungen bis sechs Uhr morgens nicht verlassen.

Triftige Gründe – sonst drohen Geldbußen

Während dieser Zeit dürfen sich Menschen nur aus einem triftigen Grund vor der Tür aufhalten. Das Pariser Innenministerium veröffentlichte ein Formular, das draußen jeder ausgefüllt bei sich tragen soll. Folgende Ausnahmen können unter anderem darauf angegeben werden: Arbeitsweg, medizinische Notfälle, Pflege von Angehörigen oder Betreuung von Kindern oder Weg zum Flughafen oder Bahnhof für Langstreckenreisen. Auch das Gassigehen mit dem Hund ist erlaubt – allerdings nur im Radius von einem Kilometer zur Wohnung. Wer sich nun nicht an die neuen Beschränkungen hält, muss 135 Euro Strafe zahlen – für Wiederholungstäter können Tausende Euro fällig werden.

Auch ein Gesundheitsnotstand ist nun wieder in Kraft. Mit ihm kann die Regierung Einschränkungen per Verordnung durchsetzen. Die neue Ausgangssperre ist in Frankreich die härteste Maßnahme seit Ende des landesweiten Lockdowns am 11. Mai. Premierminister Jean Castex betonte beim Besuch in der Universitätsklinik Lille, damit wolle die Regierung den Krankenhäusern helfen, die in der zweiten Corona-Welle wieder unter Druck geraten.



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Dominik

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