Neue Apple Watch: Corona verstärkt Smartwatch-Boom

Die Corona-Krise hat dem boomenden Smartwatch-Markt einen neuen Schub verliehen. Jetzt ist auch Branchenprimus Apple mit seiner neuen Apple Watch 6 voll auf den Gesundheitstrend aufgesprungen.

Von Angela Göpfert, boerse.ARD.de

Als Tim Cook 2014 die erste Apple Watch präsentierte, wurde diese von vielen als Gimmick für Nerds belächelt. “Mir fehlt die Killer-Applikation”, sagte Nick Hayek, Chef des damals weltgrößten Uhrenkonzerns, der Schweizer Swatch Group. Sechs Jahre später macht die Apple Watch mehr Umsatz als die gesamte Schweizer Uhrenindustrie. Jede zweite verkaufte Smartwatch ist eine Apple Watch. Das nennt man wohl eine Erfolgsgeschichte.

Laut den Marktforschern von Counterpoint wuchsen die Smartwatch-Verkäufe in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um weitere 20 Prozent. Dabei bleibt Apple nicht nur das Maß aller Dinge; die Kalifornier haben ihren Marktanteil sogar weiter ausgebaut – von 43,2 Prozent im ersten Halbjahr 2019 auf nunmehr 51,4 Prozent. In Europa und Nordamerika erwies sich Garmin als größter Konkurrent. Angesichts der wachsenden Nachfrage bei den Serien Forerunner und Fenix entfielen 9,4 Prozent des globalen Umsatzes auf Garmin.

Die Konkurrenz schläft nicht

Direkt dahinter auf Platz 3 kommt Huawei, Smartwatches des chinesischen Herstellers sind vor allem in Asien gefragt. Samsung hingegen fiel deutlich zurück – von Platz 2 auf Platz 4. Allerdings könnte die Anfang August vorgestellte Galaxy Watch 3 den Südkoreanern wieder etwas Schwung verleihen.

Nun hat der Platzhirsch Apple seinerseits ein neues Modell vorgelegt: die Apple Watch 6. Das wohl wichtigste neue technische Feature: ein integriertes Pulsoxymeter. Das ist ein Sensor, der den Sauerstoffgehalt im Blut messen kann.

Wer’s braucht…

Besitzer von Garmin-Sportuhren oder Samsung-Smartwatches werden da nur müde den Kopf schütteln oder vielleicht ein nachlässiges Grinsen auf ihr Gesicht zaubern. Denn diese neue Apple-Funktion bieten ihre Geräte schon lange.

Ob man sie wirklich braucht, ist eine andere Frage, die man angesichts des gestiegenen Interesses vieler Mitmenschen an ihren zahlreichen Körperfunktionen und Vitaldaten jedoch kaum noch zu stellen wagt. Nach dem Motto: Wenn man es messen kann, dann will ich das auch wissen.

Weitere Kursinformationen zu Apple

Tatsächlich aber ist der Nutzen eines solchen Pulsoxymeters für Otto-Normal-Uhrenträger gering, insbesondere für all jene, die keine Extrem-Bergsteiger sind. Als Warnung vor der Höhenkrankheit im Hochgebirge macht die Messung der Sauerstoffsättigung hingegen durchaus Sinn. Und wer vermutet, an Schlafapnoe zu leiden, kann den Akku fressenden Pulsoxy auch mal nachts laufen lassen.

Na dann gute Nacht!

Die neue Apple Watch kommt zudem mit dem neuen Betriebssystem watchOS 7 daher, das in dieser Woche auch für ältere Uhren bereitgestellt wird. Dieses kann erstmals die Schlafdauer messen.

Auch das ist für Besitzer von Garmin & Co. ein alter Hut. Garmin und andere Hersteller bieten überdies eine Unterscheidung von Tiefschlaf, REM-Schlaf und Wachphasen an. Apple hat darauf verzichtet. Wobei Experten ohnehin überzeugt sind, dass die Geräte hierbei nur vermeintlich exakte Werte anzeigen, die man nicht überinterpretieren sollte.

Mit Blick auf die neuen Features mutet die neue Apple Watch auf den ersten Blick somit fast schon ein bisschen lahm an. Es ist mehr ein Gleichziehen mit der Konkurrenz als der große neue Wurf. Die Grenzen zwischen Smartwatch und Sportuhr verschwimmen zusehends.

Das ist neu: innovativer Fitness-Dienst

Doch Apple wäre nicht Apple, wenn es nicht auch noch die eine oder andere neue Funktion in seiner Uhr eingespeist hätte, die man bei der Konkurrenz bislang vergeblich sucht. Innovativ ist in jedem Falle der Abo-Dienst “Fitness+”, der die Anweisungen von persönlichen Trainern auf einem Apple-Gerät wie iPhone, iPad oder Apple TV zeigt und dabei auf die Fitnessdaten der Uhr zugreift. Das “Home Gym” bekommt so neuen technischen Glanz.

Auch hier dürfte sich Apple von der Konkurrenz inspiriert haben lassen: Peloton, der US-Anbieter von Fitnessrädern und den dazu passenden Kursen, erfuhr zuletzt einen gigantischen Aufschwung.

Die Strategie hinter Fitness+

Apple bietet Fitness+ sowohl einzeln als auch im Abo-Bundle an: “Apple One” bündelt die Abo-Dienste von Apple Music, Apple TV+, Fitness+ und Arcade – so will der Konzern aus Cupertino seine lukrative Abo-Dienste-Sparte weiter stärken und sich unabhängiger vom Hardware-Geschäft machen.

Fitness-Boom in der Corona-Krise

Wenn die neue Apple Watch somit eines zeigt, dann dieses: Der Gesundheits-Boom ist ungebrochen. Die Corona-Krise hat das sogar noch weiter befeuert. So können ein hoher Puls oder eine niedrige Sauerstoffsättigung ein Hinweis auf eine Corona-Infektion sein. In Zeiten, in denen der Besuch eines Fitnessstudios vielen Menschen Unbehagen bereitet, gehen zudem viele Leute plötzlich laufen oder sie fahren Fahrrad. Und diese Aktivitäten wollen heutzutage selbstverständlich überwacht werden.

Michael Maier, Deutschland-Chef des US-Herstellers von Fitbit, der sich gerade mitten in der zwei Milliarden Dollar schweren Übernahme durch Google befindet, ist jedenfalls überzeugt: “Das Bewusstsein der Menschen für ihre Gesundheit und Fitness ist so groß wie nie.”

Vielleicht entpuppt sich vor diesem Hintergrund der neue Abo-Dienst “Fitness+” der Apple Watch in den Worten von Nick Hayek als die “Killer-Applikation”, die alle anderen Hersteller das Fürchten lehrt. Mit der Apple Watch 6 dürfte es für die Konkurrenz jedenfalls wieder ein Stück weit schwieriger geworden sein, Apple vom Smartwatch-Thron zu stürzen.

Quelle: boerse.ard.de


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Dominik

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