Filmfestival Venedig: “Nomadland” gewinnt Goldenen Löwen

Der Goldene Löwe des Filmfestivals Venedig geht an das US-Drama “Nomadland” der Regisseurin Chloé Zhao. Den Großen Preis der Jury gewann der mexikanische Film “Nuevo orden”. Der deutsche Beitrag ging leer aus.

Der Film “Nomadland” der in China geborenen Regisseurin Chloé Zhao hat den wichtigsten Preis des Filmfestivals Venedig, den “Goldenen Löwen”, gewonnen. Das Drama spielt inmitten der wachsenden Gruppe verarmter älterer in Wohnwagen lebender Menschen in den USA, die sich an die letzten Überreste des amerikanischen Traums klammern.

Die zweifache Oscar-Preisträgerin Frances McDormand spielt darin eine verwitwete Frau, die nach der Schließung einer Mine gezwungen ist, ihren Heimatort zu verlassen und sich mit dem Wohnwagen auf die Suche nach Arbeit macht. Dabei wird sie in die Gemeinschaft der Wohnwagen-Reisenden aufgenommen, die sich gegenseitig helfen, das Beste aus ihren Leben zu machen.

Kein Preis für “Und morgen die ganze Welt”

Der deutsche Beitrag “Und morgen die ganze Welt” von Julia von Heinz ging bei der Preisverleihung leer aus. Der Große Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals, ging an “Nuevo orden”. Der mexikanische Regisseur Michel Franco entwirft darin ein düsteres Bild seines Landes in der nahen Zukunft und fokussiert auf die Kluft zwischen Arm und Reich.

Als beste Schauspielerin ehrte die Jury die 32 Jahre alte Britin Vanessa Kirby für “Pieces of a Woman”. In dem Drama des ungarischen Regisseurs Kornél Mundruczó spielt sie eine Frau, die ihr Kind Momente nach der Geburt verliert.

Die Auszeichnung für den besten Schauspieler ging an den Italiener Pierfrancesco Favino für seine Leistung in “Padrenostro”, das von einer traumatischen Kindheit im Italien der 1970er-Jahre erzählt. In diesem Jahr konkurrierten 18 Beiträge im Wettbewerb um die Hauptpreise. Die Auszeichnungen wurden von einer internationalen Jury unter Vorsitz der australischen Schauspielerin Cate Blanchett vergeben. Zur Jury gehörten auch der deutsche Regisseur Christian Petzold sowie der US-amerikanische Schauspieler Matt Dillon.

Strenge Regeln wegen Corona

Die Festspiele waren am 2. September mit dem italienischen Familiendrama “Lacci” eröffnet worden. Das Filmfestival Venedig ist das älteste Filmfest der Welt. Es war das erste der weltweit großen Festivals, das seit Beginn der Corona-Pandemie wie geplant stattgefunden hat. Es galten strenge Regeln: So musste auf dem Gelände etwa ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, auch die gesamte Zeit im Kino. Außerdem wurde von den Besuchern die Temperatur gemessen; hinzu kamen Abstandsregeln.

Im vergangenen Jahr hatte der Psychothriller “Joker” des US-Amerikaners Todd Phillips den Goldenen Löwen der Festspiele gewonnen. Für seine Leistung wurde Joaquin Phoenix später mit einem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.


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Dominik

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