Einstieg als Versicherer – der erste große Tesla-Flop?

Börsenkurs, Quartalszahlen, Fabrikneubau – bei Tesla läuft derzeit alles nach Plan. Nun kommt der nächste Schritt: Der E-Autobauer will in Europa offenbar Versicherungen anbieten. Eine gute Idee?

Versicherungsexperten in Berlin gesucht – eine kleine Stellenausschreibung auf der Tesla-Homepage verrät den nächsten großen Schritt der Amerikaner: Tesla will in Europa zum Versicherer werden.

“Wir entwickeln die nächste Generation von Versicherungsprodukten für Tesla-Besitzer”, heißt es in der Ausschreibung. In den USA können Tesla-Fahrer ihr Auto schon seit 2019 direkt beim Hersteller versichern. Und das kann sich für sie lohnen. In Deutschland gelten aber andere Bedingungen. Stehen sie dem nächsten Tesla-Erfolg im Weg?

Wird Tesla als Versicherer in Deutschland scheitern?

„Es gibt Gründe, die gegen einen Erfolg von Tesla in Deutschland sprechen”, sagt Wolfgang Schütz. Der Geschäftsführer des Vergleichsportals Verivox erklärt: Einen Tesla in den USA zu versichern, ist im Durchschnitt ziemlich teuer. Mit günstigen Tarifen kann Tesla hier Kunden an sich binden.

Zwei Beispiele aus den USA
Ein 35-Jähriger zahlt in San Francisco umgerechnet mehr als 2.100 Euro pro Jahr für einen Tesla 3. Selbst im ländlichen US-Raum kostet die Versicherung 1.500 Euro pro Jahr, berechnete Verivox.

In Deutschland ist dieselbe Versicherung aber deutlich billiger: etwa 500 Euro im günstigen Leer (Ostfriesland) und 800 Euro im teuren Berlin.

Diese Kosten müsste Tesla deutlich unterbieten, um den Wechsel der Versicherung attraktiv zu machen.

Tatsächlich will Tesla günstiger sein als andere Versicherer – in den USA um bis zu ein Drittel, sagt der Hersteller). Man habe nämlich einen “grundlegenden Informationsvorsprung” gegenüber klassischen Versicherungen, sagt Tesla-Chef Elon Musk.

Kunden bezahlen auch mit ihren Daten

Was er damit meint: Klassische Versicherer haben bislang noch vergleichsweise wenige Daten über Elektroautos und ihre Fahrer. Tesla hingegen sammelt pausenlos Informationen darüber, wie die Fahrer ihre Autos bewegen. Kunden bezahlen den Preisnachlass mit ihren Daten.

Sogenannte Telematik-Tarife (Versicherer werten das Fahrverhalten aus und belohnen vorsichtiges Fahren) sind bislang in Europa aber unbeliebt. “Die Anbieter geben deshalb aktuell sehr hohe Rabatte, um diese Tarife den Kunden schmackhaft zu machen”, sagt Verivox-Experte Schütz. “Und in diesem schwierigen Umfeld müsste Tesla sich behaupten.” Tesla muss also noch billiger sein.

Für wen sich ein Telematik-Tarif lohnen kann, erfahren Sie hier.

Dieser Preiskampf und die Skepsis gegenüber Telematik-Tarifen sprechen gegen einen Erfolg von Tesla in den deutschen Versicherungsmarkt, sagt Schütz.

Andererseits seien gerade Tesla-Fahrer ihrer Marke sehr verbunden. Und: Dass Tesla ihre Daten hortet, sollten sie ohnehin gewohnt sein.

Quelle

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Dominik

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