In Florida schließen Strände: Corona verdirbt die Partylaune

Am 4. Juli feiern die USA ihren Unabhängigkeitstag – mit Party, Picknick und gern in der Sonne. Ausgerechnet jetzt schließt Florida seine Strände, denn die Infektionszahlen steigen rasant.

Von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

Das vermutlich größte Partywochenende des Jahres steht vor der Tür: der 4. Juli – der amerikanische Unabhängigkeitstag – wird in den USA traditionell mit Freunden und Feuerwerk gefeiert. Ausgerechnet für das kommende Fourth-of-July-Wochenende wollen die Behörden in Florida die kilometerlangen Sandstrände in Miami, Fort Lauderdale und Palm Beach schließen. Denn Süd-Florida droht der nächste Corona-Hot-Spot zu werden.

Es sei eine schwierige Entscheidung gewesen, sagte der republikanische Bürgermeister von Miami-Dade-County, Carlos Gimenez, “aber ich musste sie treffen”. Er wolle nicht riskieren, dass junge Leute sich an den Stränden tummelten. “Wir verzeichnen einen enormen Anstieg an Covid-19-Infektionen – gerade bei jungen Leuten. Das ist sehr besorgniserregend.” Auch Parks werden ab 20.00 Uhr schließen, genau wie öffentliche Schwimmbäder und Hotelpools. Immer mehr Landkreise in Florida folgen der Entscheidung von Bürgermeister Gimenez.

Bis zu 9000 neue Fälle täglich

Ähnlich wie in einigen anderen US-Bundesstaaten im Süden und Westen sind auch im Sunshine State die Corona-Infektionen in den letzten zwei Wochen dramatisch angestiegen. Jeden Tag werden zwischen 8000 und 9000 neue Fälle gemeldet. Immer mehr Covid-19-Patienten kommen mit Komplikationen ins Krankenhaus. An den mobilen Teststationen in Jacksonville standen Menschen am Wochenende sechs Stunden Schlange.

Die Situation werde immer dramatischer, sagt Bürgermeister Gimenez: “Die jungen Leute infizieren sich und tragen dann das Virus zu ihren Eltern und Großeltern. Für die kann die Krankheit sehr gefährlich werden.” Aber auch junge Leute würden immer häufiger im Krankenhaus behandelt, denn auch sie seien nicht unverwundbar.

Besucher enttäuscht – Regelungen uneinheitlich

Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen von über 33 Grad ist die Schließung der Strände und Pools für viele Bürger und Besucher Floridas eine herbe Enttäuschung: Er sei extra nach Florida gefahren, um den Massen zu entkommen. Hier sei es leer, aber jetzt könne er nicht an den Strand, erzählt ein Besucher im Fernsehsender CBS.

Die Regelungen in Florida sind keineswegs einheitlich, jede Stadt, jeder Landkreis trifft seine eigenen Entscheidungen. Für viele US-Bürger ist das frustrierend und verwirrend. “Wir haben im Internet nachgeguckt, da hieß es, der Strand sei geschlossen. Parkplätze sind entweder gesperrt oder auch nicht. Man weiß wirklich nicht, was los ist, bis man vor Ort ist”, sagt der enttäuschte Besucher.

Bereits vergangene Woche hatten die lokalen Behörden den Ausschank von Alkohol in Bars verboten oder Bars komplett geschlossen. Wissenschaftler äußern bereits Zweifel, ob diese Maßnahmen genügen werden, um die Ausbreitung des Virus langfristig unter Kontrolle zu bekommen.



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Dominik

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